Die Familie – ein Dornröschenschlaf ?

Die Familie – ein Dornröschenschlaf ?

Das, was uns jetzt als progressive Familienpolitik angepriesen wird, als „Erwachen aus dem Dornröschenschlaf“, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als das exakte Gegenteil! 

Die Abschaffung der Mutterschafts-und Erziehungszulage werden unsere Familien in ein einziges Familienmodell zwängen: so früh wie möglich die Kinder in Horte unterbringen, damit beide Elternteile wieder voll arbeiten können. Diese Abschaffung der Vielfältigkeit von Familienmodellen ist an sich schon problematisch, ganz besonders, wenn man dieses Einheitsmodell näher beleuchtet: Sowohl für die Eltern als auch für die Kinder wird sehr früh ein stressiges Leben daraus resultieren, mit sehr wenig Zeit für die Familie und sehr langen Tagesstättenzeiten für die Kinder, mit den bekannten Folgen: kaum Zeit um Familienbande solide aufzubauen und zu pflegen …Streit und noch mehr Trennungen, und noch mehr Ringen um die Kinder ….

Ein solch ideologisches Konzept (dem andere Länder längst wieder abgeschworen haben) wäre dann auch nur vertretbar und sinnvoll umsetzbar, wenn ein gut durchdachtes pädagogisches Konzept der frühen Unterbringung in Tagesstätten zugrundeliegen würde. Davon sind wir meilenweit entfernt; ganz im Gegenteil: Quantität ist hier die alleinige Vorgabe: genug Hortplätze schaffen! Wieviele 4-jährige heute schon total überreizt und gestört sind, weil sie einen 12-Stunden Tag mit ständig wechselnden Betreuern, oft ohne pädagogische Qualifikation, zubringen müssen, weiss mittlerweile jeder Lehrer und jeder Psychologe.

„Eine wirksame Familienpolitik misst sich an ihren Ergebnissen für die Familien und insbesondere die Kinder“, so der Premierminister. Fragt sich hier, was unter Ergebnis zu verstehen bleibt!

Marguy Hoffmann

Dipl. Psychologin – Psychotherapeutin

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